KanalVenedig

Reise durch Venetien
im Oktober 2013



Wieder einmal hatte mich die Ferne gelockt. Meine ausgewählte Kurzreise hatte den verführerischen Namen „Venezianische Träume“ und in meinem Kopf eine Flut von  Bildern prächtiger Paläste, Gondeln, eines azurblauen Meers ausgelöst. Unsere Ziele waren neben Venedig, der Hauptattraktion, eine Reihe oberitalienischer Städte wie Padua, Treviso und die in deren Nähe liegende Strada del Prosecco.

Es wurde eine wunderschöne Woche, in der ich mich von herrlichen Landschaften und dem mittelalterlichen Flair italienischer Städte verzaubern ließ. Unser Hotel in Tezze sul Brenta war von landestypischer Eleganz und Grazie; besonders die herrliche Badelandschaft war spektakulär und ließ einen Pläne für einen Sommerurlaub schmieden. Auch alles andere stimmte: das Essen, der herrliche Vino bianco, der in Strömen floss, die freundliche  Aufmerksamkeit der Hotelangestellten.

Unser erstes Ziel war Venedig,„La Serenissima“ (die“ Allerdurchlauchtigste“), wie die Lagunenstadt auch respektvoll genannt wird. Unser Stadtführer war ein stattlicher Venezianer mittleren Alters, der in seinen Ausführungen mehrere Male auf die Memoiren des Giacomo Casanovas hinwies, die  dem Leser interessante Informationen  über das Leben in der Stadt Venedig im 18. Jahrhundert geben.

Die Geschichte Venedigs ist wie die der meisten italienischen Städte äußerst komplex und geprägt von vielen politischen Wechseln Hand in Hand gehend mit Krieg, Machtkämpfen und Intrigen.
 
Die Siedlungen, aus denen Venedig entstand, liegen auf Schwemmland hervorgebracht von nacheiszeitlichen Flüssen. Die Lagune entstand ca. 4000 vor Chr. durch Ablagerungen der Brenta und anderen Flüssen und Gewässern Norditaliens. 400 nach Chr. lag Venedig noch ca. 1,9 m unter dem Meeresspiegel von 1897. An dieser Zahl sieht man, auf welch unsicherem Boden die Lagunenstadt erbaut ist.
Ihre Gesamtfläche Venedigs  beträgt 414 km² davon sind ca. 257 km²  Wasser. Es gibt über Hundert kleine Inseln, auf die sich  die Menschen im 5. Jahrhundert, meist waren es Bewohner  italienischer Festlandsstädte,  auf der Flucht von feindlichen Heeren  zurückzogen und  versteckten. Hier konnten sie in Frieden leben und ihrer Arbeit nachgehen.

Die ersten Nachweise über Ansiedlungen im Gebiet des heutigen Venedig stammen aus dem Jahr 697. Es entstanden die Städte Citta Nova, Hieraclia, Torcello, letztere wurde später Handelshafen, Verwaltungs- und Bischofssitz.

Zunächst spielte sich der ganze Verkehr mit Booten über die Wasserstraßen ab, dann wurden Brücken gebaut, insgesamt sind es heutzutage 400.

Bis ins 16. Jahrhundert war Venedig eine der größten Handelsstädte mit den meisten Handels- und Kriegsschiffen. Der Handel mit Luxuswaren wie Gewürzen, Salz, Weizen, Seide brachte den Menschen Wohlstand und der Stadt Ansehen. Venedig als Finanzzentrum dominierte ein großes Reich,  das von Oberitalien bis Kreta und zeitweise bis nach Zypern reichte.

Seit 1987 steht Venedig auf der UNESCO-Liste der Weltkulturerbe. Seit jeher strömen ganze Heerscharen von Touristen in die Stadt und lassen dort viel Geld. Venedig ist eine teure Stadt, und dazu passt auch, dass man  heutzutage dort keine Wohnung mieten, sondern nur noch zu horrenden Preisen kaufen kann.

Aufgrund ihrer  phantastischen Lage  hat Venedig, ähnlich wie Capri, schon immer Künstler aller Spektren angezogen: Dichter, Maler, Filmemacher u.a.

Es wurde und wird viel über die Schönheit und den Charme dieser einmaligen Stadt geschrieben. Einige berühmte Leute möchte ich gerne zitieren, weil die Poesie ihrer Worte perfekt den unwirklich erscheinenden, traumhaft vergänglichen, teilweise morbiden Flair der Stadt skizzieren.

Schon vor Goethe, Rilke und anderen deutschen Dichtern hatten die Engländer  schon im frühen 19. Jahrhundert Venedig entdeckt und zu ihrem Mekka gemacht.

So auch Lord Byron, der im alten Palazzo Moceniga residierte, den er liebevoll „Sodom der See, diese leere Austernschale“ nannte, und von dort aus zu seinen Abenteuern mit schönen Venezianerinnen aufbrach.

In seinen Versen brachte Byron  die Analogie zwischen der Gondel und einem Sarg,  genau wie Goethe und Thomas Mann, zum Ausdruck:

„Carved at the prow,
built lightly, but compactly,
rowed by two rowers,
each called „Gondolier“
it glides along the water
looking blackly, just like a coffin
clapped in a canoe.


Thomas Mann, der im Jahr 1912 seine berühmte Novelle „Tod in Venedig" geschrieben hat, sagt Ähnliches darüber:

„Die Gondel ….das seltsame Fahrzeug aus balladesken Zeiten ganz unverändert überkommen und so eigentümlich schwarz wie sonst nur Särge sind - es erinnert an lautlose und verbrecherische Abenteuer in plätschernder Nacht, es erinnert noch mehr an den Tod selbst, an Bahre und düsteres Begräbnis und letzte schweigende Fahrt.
Und  hat man bemerkt, dass der Sitz einer solchen Barke, dieser sargschwarz lackierte, mattschwarz gepolsterte Armstuhl „der  weichste und üppigste, erschlaffenste Sitz der Welt ist?“


Rainer Maria Rilke dichtete:

Venise, dieser wunderbare, verblichene Name,
durch den ein Sprung zu gehen scheint,
und der sich wie durch ein Wunder noch hält,
dem heutigen Dasein jenes Reiches ebenso seltsam entsprechend
wie ein Venezia dem starken Staate entsprach,
seiner Aktion, seiner Pracht, den Galeeren, den Gläsern,
den Spitzen und den verschwenderischen Bildern von alledem.“


André Suarès gab seiner Verzückung  über Venedig Ausdruck:

Alles ist Himmel,
ein weiter Himmel
salzigen Wassers,
ein flaches Becken
aus Rosa und zartem Azur,
ein Ozean aus Perlmutt,
auf dem da und dort
eine Wolkenperle irisiert.


August von Platen schrieb in seinem „Tristan“:

Wer die Schönheit angeschaut mit Augen
ist dem Tode schon anheimgegeben,
wird für keinen Dienst auf Erden taugen,
und doch wird er vor dem Tode beben.“


Hugo von Hofmannsthal in seinem lyrischen Drama  „Der Tod des Tizian“
sah nicht nicht die Schönheit, sondern auch das Abgründige der Stadt:

Siehst du die Stadt, wie sie da unten ruht“
Gehüllt in Duft und goldne Abendglut,
und rosig helles Gelb und Grau,
zu ihren Füßen schwarzer Schatten Blau,
in Schönheit lockend, feucht verklärter Reinheit?
Allein in diesem Duft, dem ahnungsvollen,
da wohnen die Hässlichkeit und die Gemeinheit,
und bei den Tieren wohnen dort die Tollen.“


Der erste Eindruck, den Grillparzer im Jahr 1819 von Venedig hatte, war negativ. Er war  abgestoßen vom Schmutz und dem Geschrei des „unverschämten, betrügerischen Volkes“. Später aber scheint er seine Meinung revidiert zu haben, weil er schreibt:

Wer nicht sein Herz stärker klopfen fühlt, wenn er auf dem Markusplatz steht, der lasse sich begraben, denn er ist tot, unwiederbringlich tot“.

In diesem Zusammenhang erwähnenswert sind auch zwei Filme, die von großen Regisseuren in Venedig gedreht wurden und auch diese typisch zwiespältige  Atmosphäre wiedergeben.

Zunächst ist da der berühmte  Film „Tod in Venedig“ basierend auf Thomas Manns Novelle, gedreht 1971 von Lucchino Visconto und untermalt von Gustav Mahlers herrlichem, schwermütigem Adagietto seiner 5. Sinfonie.

Dann der mysteriöse  Film aus 1973 „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ von Regisseur Nicolas Roeg. Der Film basiert auf einer Erzählung von Daphne du Maurier, der meisterhaften Erzählerin  geheimnisvoller Geschichten.

In beiden Filmen kommt die wunderschöne, undurchschaubare, fast unwirkliche Kulisse der Stadt auf der Lagune zur Geltung. Und nicht nur hier, sondern bei allen Spaziergängen durch die Stadt  spürt man  man trotz  allem Prunk  und aller  Schönheit den nicht aufzuhaltenden  Verfall, die Endlichkeit dieser Schönheit.

Schon seither ist Venedig eine Stadt der Masken, Vermummungen und Harlekinaden. Masken werden zum ersten Mal im 13. Jahrhundert erwähnt, später war es Giacomo Casanova,  (1725 - 1798) im 18. Jahrhundert, der das alte Brauchtum der Verkleidung mit Masken wieder in Mode brachte. Auch noch heute werden überall in der Stadt  Masken in vielfältiger Form angeboten, teilweise billige aus Plastik oder die  echten aus Pappmaché.

Das historische Fest des Karnevals mit  Masken, Tierkämpfen, Herkulesspielen sowie Feuerwerken geht übrigens  auf die Saturnalien der Antike , d.h. auf Gebräuche und Feste vor der Fastenzeit zurück.
Im Februar jeden  Jahres, wenn „Karneval in Venedig“  die Stadt zum Tollhaus werden lässt, kommen Tausende von Touristen in die Stadt, um dieses einmalige Spektakel zu sehen und mitzuerleben.Die Festivitäten werden  mit dem spektakulären Engelsflug eröffnet:

Eine prominente Persönlichkeit schwebt an einem Drahtseil vom hohen Campanile auf den Markusplatz hernieder. Die Stadt wird in diesen Tagen  zur Kulisse eines grandiosen Maskenballs.


Venedig ist ein Symbol für Schönheit und Vergänglichkeit, was überall spürbar und zu sehen ist. Eines Tages wird "La Serenissima"  trotz aller Bemühungen der Menschen vergangen sein, aufgefressen von Wind, Sonne und den Wellen der Adria.
Dieses Wissen  ist offensichtlich für viele ein Grund, diese Stadt noch einmal in ihrem Leben zu sehen und ihre Einzigartigkeit zu bewundern.

Auch ich habe mich anstecken lassen von der Faszination, die Venedig  ausübt. Staunend ging ich über die vielen Brücken, durch die verschlungenen Gässchen, wo in jeder Ecke etwas Außerordentliches zu entdecken war.
Wenn ich an dieses Wunder einer Stadt denke, sehe ich prachtvolle Paläste, stolze Kathedralen, Boote, kühne Brücken, das plätschernde Wasser der Kanäle, Gondeln, bunte Masken, den Markusplatz voller Tauben. Ihr zu Ehren habe ich auch ein paar lyrische Zeilen geschrieben:


Venedig
aufgestiegen aus den Wellen
des Meers
bist du
Stolze Stadt
mit Brücken
Gondeln
und Palästen.
Wie lange wirst du noch bestehn,
deine Schönheit wahren,
schützen vor Wind,
Wasser und der Zeit?
G.B.



Eine weitere wahre Perle von Stadt fanden wir in Treviso (ca. 40 km nordwestlich von Venedig). Tarvisium, wie sie früher unter den Römern  hieß, bekam 46 vor Chr.  bereits Stadtrechte.  Schon bereits in prähistorischer Zeit befand sich an ihrer Stelle eine bronzezeitliche Siedlung. Die Existenz eines Bischofssitzes wird im Jahr 396 erwähnt.

Treviso hat, so wie alle italienischen Städte eine wechselhafte Geschichte  (es wurde beherrscht von Goten, Langobarden, Karolinger“ verschiedenen Adelsfamilien wie den Collaltos, Da Romanos, Camposampieros, Azzonis etc. )  Intrigen und kriegerische Auseinandersetzungen waren an der Tagesordnung. Auch hier würde es den Rahmen meines Berichtes sprengen, ausführlicher auf die Stadtgeschichte  einzugehen. Nur noch ein Datum : Genau wie Padua kam Treviso in 1866 zum Königreich Italien.

Treviso wird von einer immer noch intakten mittelalterlichen Stadtmauer mit vier reich verzierten Portiken (Eingangstoren) umgeben. Das Grün der Bäume, des Wasser des Sile, der die Stadt in einem Kanal umfließt, die auf der Uferpromenade spazierenden Menschen,  formen  das einladende Bild einer wunderschönen, freundlichen und  sehenswürdigen Stadt.

Auf unserem Stadtrundgang, der von einer jungen, sympathischen Italienerin begleitet wurde, erfuhren wir Näheres über  Treviso. Unsere Tour begann am Piazza dei Signori, wo bedeutende  Monumente (Torre Civiva, Palazzo dell prefettura und Palazzo die Trecento) zu bewundern waren. Viele Kirchen, von denen einige  mit wertvollen Fresken geschmückt sind,  schmücken die Stadt.
Der Dom San Pietro  aus dem 12. Jahrhundert, der im 15./16. Jahrhundert vollständig erneuert wurde, glänzt durch eine romanische Krypta mit Fresken von Perdone  und einem Gemälde von Tizian. Im Jahr 1944 wurde die Kirche durch einen englischen Luftangriff schwer beschädigt. In den Jahren 1951-1955 wurde sie wieder restauriert. Es war Ehrensache aller Bürger und der Regierung, dabei mit entsprechenden Mitteln zu helfen.

Besonders reizvoll sind  die vielen verträumten Kanäle, die sich durch die Stadt ziehen und Treviso den schönen Namen „Città d' aque“ (Stadt der Wasser) geben. Es gibt eine Verbindung dieser Kanäle mit Venedig. Treviso kann man als Venedigs kleine Schwester bezeichnen.

Das rege Treiben auf der Pescheria, einem Fischmarkt auf  einer kleinen Flussinsel,  die mit der Stadt durch einen Steg verbunden wurde, zeigte ihre  vitale Lebendigkeit.

Beim Spaziergang unter den luftigen Arkaden sahen wir im Vorübergehen einladende Geschäfte mit schönen Dingen, die besonders die Herzen der Frauen hochschlagen lassen.
Ich fühlte mich in  dieser wunderbaren von Wasser umspielten Stadt sehr  angezogen und  fast wie zu Hause.

Unser Ausflug wurde noch von einem ganz besonderen Leckerbissen gekrönt:
Durch eine Fahrt über die Strada del Prosecco, die über Conegliano, Valdobbiadene nach Follina ging.

Die passartige Panoramastraße schraubte sich durch grüne Weinberge, und viele  malerische  Dörfchen glitten an uns vorbei. Die Aussicht wurde, je höher wir kamen, immer atemberaubender. Leider konnten wir wegen der Größe unseres Busses  keinen Fotostop einlegen.  So versuchte ich, ein paar Aufnahmen während der Fahrt zu schießen. Leider mit keinem guten Ergebnis.

In Follina sahen wir ein ehemaliges  berühmtes Zisterzienser-Kloster, dessen Kreuzgang als einer der schönster Italiens gilt.  Die Kirche ist eine dreischiffige Rundfeilerbasilika mit Arkaden. Über dem Südchor befindet sich ein mehrstöckiger Glockenturm.
 
Bei frühlingshaften Temperaturen wanderten wir über die Klosteranlage und genossen die Stille und geheimnisvolle Atmosphäre in diesen alten Mauern. Der Blick über die Dächer von Follina war, auch wegen der wunderschönen herbstlichen Färbung der Natur, umwerfend. 

In einer kleinen Bar hatten wir Gelegenheit,  den berühmten Prosecco DOCG (aus den Gebieten von Conegliano und Valdobbiadene) zu probieren. Er schmeckte köstlich.
Dieser Tag in Treviso und Follina war einer der schönsten der ganzen Reise, darüber waren wir uns einig.

Die dritte Stadt unseres Reiseprogramms war Padua. Sie  ist eine der ältesten Städte Italiens und liegt am Rande der Poebene ca. 30 km westlich  von Venedig   am kleinen  Fluss Bacchiglione. Einer Sage nach wurde die Stadt von einem Trojaner namens Antenor im Jahr 1184 vor Chr. gegründet. Bewiesen ist jedoch nur die Existenz eines Fischerdorfes  im 4. Jahrhundert vor Chr.

Padua oder Patavium wurde 215 vor Chr. ins Römische Reich eingegliedert. Ähnlich wie Treviso hat Padua eine stürmische Vergangenheit, auf die einzugehen hier aus Platzgründen  nicht möglich ist. Auch Padua wurde wie Treviso im Wiener Frieden am 3. Oktober 1866 Teil des Königreichs Italien.
Im Jahr 1222 war Gründung der Universität Paduas. Viele Künstler zog es in die Stadt: Giotto di Bondone, Donatello, Andrea Mantegna.
Wissenschaftler wie Galilei, Albertus Magnus, Kopernikus haben in der Stadt gelebt und gelehrt.

In der Literatur wird Padua von vielen berühmten Dichter erwähnt:
In Goethes “Faust“, in Shakespeares  „Der Widerspenstigen Zähmung“, in Brechts „Das Leben des Galileo“.

Unser Stadtspaziergang begann an dem riesigen Prato della Valle mit seinen  90 000 m² einer der größten Plätze in Europa. Ca. 78 Statuen von  für die Stadt wichtigen Personen umsäumen die große mit  Gras bewachsenen Fläche, die für die Paduaner offensichtlich ein sehr willkommener Ort der Erholung ist. 

Wir schauten in den Vorhof der alten ehrwürdigen Universität im“ Palazzo del Bo“ (genannt nach einem dort früher befindlichen mittelalterlichen Gasthof mit dem Namen „Zum Ochsen“. 
Dort wurden wir  Zeugen der Ehrung einer jungen Studentin, die mit einem Lorbeerkranz geschmückt, von Freunden und Familie unter viel Gelächter  und Schabernack gefeiert und fotografiert wurde.

Die „Basilica del Santos“, die zwischen 1232 und 1310 im romanisch-gotischen Stil erbaute  Kirche mit ihren beeindruckenden Kuppeln,  gehört zu den acht internationalen Heiligtümern. Sie ist dem Hl. Antonius geweiht, einem aus Portugal stammenden Franziskanermönch, dem man einige Wunder nachsagt und  der vom italienischen Volk  sehr verehrt wird. Die Kirche ist päpstliche Basilika sowie der erste große Kirchenbau mit Gewölbe. Errichtet  wurde sie, um das Grab des heiligen Antonios aufzunehmen.   
Vorbei an weiteren Sehenswürdigkeiten wanderten wir durch die Stadt:

Wunderschön:  das Reitstandbild des Gatamelata (italienischer Söldnerführer aus dem 14. Jahrhundert)  von Donatello.

Der Palazzo della Raggione, ursprünglich ein aus  dem 13. Jahrhundert stammendes Gerichtsgebäude, dient heute als riesiger Marktplatz: in den offenen Loggien an den beiden Längsseiten hatten zahlreiche Händler ihre Stände aufgestellt, und es herrschte auch an diesem Tag reges Treiben.
Nach einem Mittagessen in einem chicen  Restaurant auf  einer schönen Piazza  - die  warme Temperatur erlaubte es uns draußen  zu sitzen -  machten wir uns zu unserem letzten Programmpunkt des Tages auf: nach Abano Terme.
Diese Kurstadt liegt am östlichen Fuß der  Euganeischen Hügel, einer lieblichen Landschaft vulkanischen Ursprungs, die 1989 zum ersten Naturpark Italiens ernannt wurde.  Über die Stadt an sich gibt es nicht viel zu sagen: gepflegte Parks und Hotels wechseln sich über Kilometer hinweg ab, wie in allen großen internationalen Kurstädten.

Nicht alles hat auf unserer Reise geklappt, was wir aber mit Fassung und guter Miene trugen. An einem Tag konnten wir zwischen einigen Alternativprogrammen wählen: entweder noch einmal Venedig, die Insel Murano bzw. Torcello oder Lido di Jesolo. Letzteres schied von vornherein aus. An einer leeren Stadt und einem verlassenen kilometerlangen Strand waren wir   nicht interessiert.

Zusammen mit ein paar Leuten hatte ich mich deshalb  für die Insel Murano entschieden, die ich nur  aus vielen Erzählungen kannte. Ich wollte gerne einmal die Kunstfertigkeit der berühmten Glasbläser sehen, mit der siediese wunderbaren Objekte herstellen, die  in vielen venezianischen Geschäften für teures Geld zu kaufen sind.

Nach einer langen, recht umständlichen Anfahrt landeten wir an einer  herrlich an der Adria gelegenen Bootsanlegestelle, nur um dort zu erfahren, dass das Schiffspersonal streikt.  Unsere Enttäuschung war groß. So machten wir einen langen, schönen Spaziergang am Meer entlang und genossen entspannt die warme  südliche Sonne.

 

Fazit meiner meiner Reise:
Venetien ist ein sehr interessantes Gebiet Italiens mit vielen alten, geschichtsträchtigen Städten, die es lohnt zu besuchen und kennenzulernen.

Mein Wunsch wäre es, noch einmal  nach Venedig zu reisen, mit viel Zeit und Muße. Treviso, la città d' acque und die Strada del Prosecco mit den grünen Weinbergen und den kleinen, urigen Dörfchen  stehen auch auf meiner Liste ganz oben, weil sie für einen total entspannten und trotzdem spannenden Urlaub garantieren.


Idar-Oberstein, 26.10.2013/update 12/2021
Gisela Bradshaw

Bei diesem Bericht habe ich folgende sachbezogene Literatur zu Rate gezogen:

Internet: Wikipedia
Venedig: Theater der Träume, Süddeutscher Verlag