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Petrarca, Italienischer Dichter und Denker,
 geboren 20.7.1304 in Arezzo, gestorben am 18.4.1374 in Arquà

In einer wunderschönen Fernsehdokumentation zitierte der Sprecher folgenden Satz Petrarcas,
der im Zusammenhang mit Bildern traumhafter Landschaften großen Eindruck auf mich machte.

    »Und es gehen die Menschen hin, zu bestaunen die Höhen der Berge, die ungeheuren Fluten des Meeres,
die breit dahinfließenden Ströme, die Weite des Ozeans und die Bahnen der Gestirne und vergessen darüber sich selbst.»

(Confessiones X, 8) »Et eunt homines mirari alta montium et ingentes fluctus maris et latissimos lapsus
fluminum et et gyros siderum,
et relinquunt se ipsos.»
     

Ich recherchierte im Internet (bei Wikipedia) und fand folgende Erklärung:

In einem auf den 26. April 1336 datierten Brief, der auf Latein verfasst und an den Frühhumanisten Dionigi di Borgo San
 war, schildert Petrarca, wie er zusammen mit seinem Bruder den Mont Ventoux in der Provence bestieg. Als er oben
angekommen war, betrachtete er die Landschaft und wandte sich, angeregt durch ein zufällig aufgeschlagenes Wort
aus den Confessiones des Augustinus, sich selber und damit der radikalen Subjektivität seiner Dichtung zu:
  
Das Zusammenfallen von Naturerlebnis und Rückwendung auf das Selbst bedeutet eine geistige Wende, die Petrarca,
 das Bekehrungserlebnis betreffend, in eine Reihe mit Paulus von Tarsus, Augustinus und Jean-Jacques Rousseau stellt.

Petrarca sah die Welt im Unterschied zu mittelalterlichen Vorstellungen nicht mehr als eine feindliche und für den
Menschen verderbliche, die nur Durchgangsstation in eine jenseitige Welt ist, sondern sie besaß nun in seinen Augen
eine eigene Wertigkeit. Wie in der Landschaftsmalerei dieser Zeit klingt bei Petrarca eine neue Natur- und
 Landschaftserfahrung an, bei der sich ästhetischeund kontemplative Sichtweisen miteinander verbinden. Einige
Gelehrte sehen deswegen in der Besteigung des Mont Ventoux einen kulturhistorischen Schlüsselmoment
 an derSchwelle vom Mittelalter zur Neuzeit. Daneben gilt Petrarca aufgrund dieser ersten
„touristischen“ Bergbesteigung als Vater der Bergsteiger und als Begründer des Alpinismus.»



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Idar, im Februar 2013/update 12/Dez.2021
Gisela Bradshaw