All das, was ich in diesen Tagen erlebe, ist einmalig und kostbar:
Der gestrige Tag, der nur Regen
brachte, Wassermassen, die aus einem grauen, dramatisch
aussehendem
Himmel zur Erde stürzten und uns innerhalb von Sekunden bis auf die
Haut durchnässten.
All unsere Pläne – Spaziergang am
Meer und
anschließendes Schwimmen – machten sie zunichte.
Dieser letzte Besuch in Hong Kong,
dieser außergewöhnlichen Stadt am südchinesischen Meer, ist bedeutsam,
eine Zeit, die bald nur noch in meiner Erinnerung leben wird. All die
mit Menschenmassen überfüllten bunten
Straßen, der Lärm, dieexotischen
Gerüche sind schon bald nur noch eine Episode, ein bunter
Mosaikstein
in meinem Leben, das, je älter ich werde, immer schneller zu vergehen
scheint.
Unterwegs in Hong Kong
– Eindrücke –
Hong Kong hat sich seit meinem letzten Besuch im Jahr 2002 sehr
verändert. Die Stadt ist noch voller
geworden
(7 Mio. Einwohner), und es ziehen immer mehr
Chinesen
aus dem Mainland hinzu. Sehr hilfreich für die
Bewohner von Hong Kong
Island ist die Erweiterung der MTR um eine weitere U-Bahnstation in
Kennedytown mit integrierter Busanbindung.
Es gibt zu wenig Platz für alle, Platz der zunehmend teurer, ja
unbezahlbar wird. Es ist absehbar, dass letztendlich hier
nur
noch die Megareichen wohnen werden. Die Mieten sind horrend. Deshalb
wohnen viele ärmere Leute in sog. Cages, mehrere Personen in
Einzimmerwohnungen in riesigen, teilweise abbruchreifen Wolkenkratzern.
Hong Kong University
Da meine Schwester lange Jahre an der HK Universität im Department for
Languages für das Fach Deutsch tätig war,
gehörte ein Besuch ihres
alten Arbeitsplatzes auch zu unserem Programm. Dabei
trafen
wir eine Menge iher
ehemaligern Kollegen. Von dem
hoch oben gelegenen Casino hatten wir eine herrliche Aussicht auf die
umliegenden
Wolkenkratzer und das Meer.
Hervorheben möchte ich auch die alte HK Uni, die in den letzten
Jahren durch einen kompletten Neubau
von Fakultätsgebäuden
erweitert wurde.
Es war aber die alte ehrwürdige Universität, die es mir angetan hatte.
Dort hatte ich Gelegenheit und das Vergnügen,
die
Schönheit des Areals mit seinen attraktiven Gebäuden in einer
spektakulären Umgebung mit tropischer Vegetation
fotografisch festzuhalten.
DimSum
„Dim Sum ist eine Spezialität der kantonesischen Küche und bedeutet
wörtlich "kleine Herzwärmer". Bei den
Häppchen handelt es sich
vorwiegend um Teigsäckchen oder -täschchen, die mit den
unterschiedlichsten Füllungen serviert
werden. Meist werden Dim Sum
gedämpft, doch einige Dim Sum Sorten werden auch frittiert. Das Mekka
der Dim Sum ist
Hongkong, wo es spezielle Dim Sum Restaurants gibt. Vor
diesen bilden sich schon vormittags lange Schlangen:
Ein untrügliches
Zeichen, dass die Menschen in Hongkong ihre Dim Sum lieben.“ Quelle Wikipedia
Mit der MTR waren meine Schwester und ich in nach Sham Shui Po (Konwloon) gefahren.
Sie wollte dort für ihre
Schmuckherstellung gewisse Utensilien kaufen,
die es nur in diesem Viertel gab. Nach ausgiebigem Einkauf in
einem
ganz kleinen, aber mit bis zur Decke angefüllten Waren,
beschlossen wir, ein Lokal aufzusuchen, das das typische Gericht
DimSum
anbietet Am besten sind die mit Shrimps gefüllten. Das
Lokal war ihrer Erinnerung nach in einem großen,
20stöckigen
Einkaufscenter, wo genau es sich befand, wusste sie nicht mehr. Nach
einiger Befragung von mehreren Leuten,
- der Großteil der
Angesprochenen sprach nur chinesisch und ließ uns schulterzuckend
stehen, - wussten wir Bescheid.
Zielstrebig steuerten wird das entsprechende Geschoss an. Im Lokal –
die Bedienung hatte schon den kostenlosen grünen
Tee eingeschenkt –
stellte sich dann bei bei unserer Bestellung heraus, dass dieses
Gericht nicht auf der Karte stand .
Enttäuscht packten wir unsere
Sachen und verließen unter den missmutigen Blicken der Bedienung das
Lokal und
machten uns auf erneute Suche.
Endlich landeten wir in einem riesigen, sehr vollen Lokal,
das auf die von uns gewünschte Speise hauptsächlich
auf der Karte
hatte. Offensichtlich waren wir hier die einzigen Europäer, so dass wir
auch hier Schwierigkeiten mit der
Kommunikation hatten.
Deshalb wuselten fast alle Kellner um uns herum, um bei der
Lösung unserer Probleme tatkräftig
und freundlich zu helfen. Mit Händen
und Füßen gestikulierend gaben wir unsere Bestellung auf,
die dann auch
wunschgemäß serviert wurde und einfach köstlich
schmeckte.
Noch eine Anmerkung zu chinesischen Lokalen: Jeder Europäer sollte sich
für einen Besuch dort entweder
warm anziehen oder etwas Warmes im
Gepäck haben:
Wegen der ständig laufenden Aircondition-Aggregate herrschen dort
eisige Temperaturen. Auch in den
Zügen der MTR, der Hong
Kong U-Bahn, werden alle Passagiere mit eiskalter Luft überflutet.
Wan Chai
Anlässlich eines Treffens zu einem Abendessen mit einer langjährigen
Freundin kamen wir an einem Abend nach
Wan Chai, einem ziemlich
berüchtigten Viertel.
Auf unserem nächtlichen Rückweg gerieten wir in das Treiben eines
kunterbunten, wilden Nachtlebens:
Menschenmassen auf ihrer
Suche nach Vergnügungen aller Art wogten die Straßen hoch und runter:
Große Gruppen sexhungriger Männer aller Nationalitäten und jeden
Alters in Verhandlung mit hübschen,
meist blutjungen
Mädchen über deren „Preise“, aufreizend gekleidete Frauen, zerlumpte
alte Menschen,
die um Almosen bettelten.
Hier war alles vorhanden, was
die Menschheit zu bieten hat.
Ich war – ehrlich gesagt – froh, als wir uns endlich wieder in normaleren Gefilden befanden.
Prostitution, das älteste Gewerbe der Welt, steht in Hong Kong in
voller Blüte: auch
auf den großen Märkten (z.B. dem Fa Yuen Markt) am
hellen Tag stehen meist ganz
junge, bildschöne
Mädchen in aufreizender Kleidung an den
Ecken und in den
Türeingängen auf der Suche nach zahlungskräftigen Freiern.
Hochburg der Smartphones
Hong Kong ist offenbar fest in den Händen der Smartphone-Industrie. Vor
ein paar Jahren bei einem früheren Besuch
der Stadt, stellte ich fest,
dass alle Leute Mobiltelefone mit sich trugen und ganz egal, wo sie
standen oder fuhren,
mit größtmöglicher Lautstärke in ihre Telefone
schrien. Nebenbei bemerkt: Kantonesisch, die in Hong Kong
gesprochene
Sprache, ist kein Genuss für europäische Ohren.
Heutzutage sind es Smartphones, die wie Trophäen mit sich geführt
werden. Speziell in den U-Bahnzügen kann man dies gut
beobachten:
es gibt hier so gut wie niemand, der nicht ein solches Gerät hat und
damit entweder telefoniert oder
- ganz oft - endlose Spiele
spielt.
Auch auf der Star Ferry, den großen Fähren, die Hong Kong Island mit
Kowloon verbinden, das gleiche Bild.
Niemand nahm Notiz von der
wunderschönen Überfahrt, auf der man die herrliche Skyline von Hong
Kong bewundern
oder den eleganten und teuren Privatyachten, die von
ihren reichen Besitzern lässig durch das Meer gesteuert wurden,
nachblicken kann.
Ein paar Worte noch zu der Star-Ferry (Quelle Wikipedia)
Die grün-weißen Boote der legendären "Star Ferry" pendeln seit 1888
zuverlässig zwischen Hong Kong Island und Kowloon.
Obwohl die beiden
Ufer des Victoria Harbour mittlerweile durch ein hochmodernes Straßen-
und Eisenbahntunnel-System
verbunden sind, erfreut sich die
traditionelle Art den Hafen zu überqueren nach wie vor großer
Beliebtheit. So nutzen immer
noch jedes Jahr zig Millionen Menschen die
einfachen Fährboote. Übrigens ist dies auch der optimale Ausgangspunkt,
um den
perfekten Schnappschuss einer der weltweit am meisten
fotografierten Häfen vor die Linse zu bekommen.
Kein Wunder also, dass National Geographic die Überfahrt mit der Star
Ferry als einer der "50 Plätze, die man
in seinem Leben besucht haben
sollte" auszeichnete.
Apropos Skyline
Eine gute Freundin meiner Schwester hatte uns zu einem Drink in der im letzten Stock liegenden Bar „FELIX“
im „The Peninsula Hong Kong“ eingeladen, eine Einladung, die für mich unvergesslich sein wird.
Die Drinks waren sündhaft teuer, aber in Anbetracht der umwerfenden
Aussicht auf Hong Kong bei Nacht auch wieder
gerechtfertigt. Auch von
der futuristisch gestylten Damentoilette hatte ich einen grandiosen
Blick auf diese Stadt, die für
jeden, der sie einmal gesehen und
erlebt hat, ein besonderes, unvergessliches Erlebnis ist.
Dieses im Jahre 1928 eröffnete, den Reiz der Alten Welt bietende
Luxushotel befindet sich am Victoria Harbour in Tsim
Sha
Tsui. Die Zimmer, die orientalische Eleganz und modernen Luxus
verbinden, gewähren Blicke auf den Innenhof des
Hotels und den Victoria
Harbour sowie Kowloon.
Im Entrée des Hotels, in dem wir auf die Freundin warteten,
hatten wir Gelegenheit, die ein-und ausgehenden Menschen
zu beobachten:
sowohl ganz normal, sportlich gekleidete Leute als auch ultra
gestylte Frauen und Männer, von denen die
Eleganz der Inder mir ganz
besonders ins Auge stach, defilierten an uns vorbei und verschwanden
über die großen Treppen in
den Tiefen der Nobelherberge.
Auf dem Peak
„Sein chinesischer Name Tai Ping Shan bedeutet „Berg des großen
Friedens“. Der Gipfel bietet einen weiten Blick
über Kowloon und große
Teile der Insel Hongkong.
Der Aussichtsturm Victoria Tower auf 379 Metern Höhe, auch The Peak
Tower genannt, ist mit der Peak Tram,
einer 1888 eröffneten Schweizer
Standseilbahn, zu erreichen.
Als im 19. Jahrhundert die Malaria in Hongkong grassierte, war der
Victoria Peak bevorzugtes Wohngebiet der
Kolonialherren. Heute
erreichen die Grundstückspreise am Peak astronomische Werte; je weiter
man nach oben kommt,
desto höher werden sie, so dass sich dort die
reichsten Bewohner Hongkongs angesiedelt haben.“
Quelle Wikipedia
Natürlich gehört zu einem Besuch Hong Kongs auch die Besteigung des
hoch über der Stadt liegenden Peaks.
Über den Morning Trail ging es
durch die herrlich grüne Vegetation hoch zum Gipfel.
Vom berühmten Lugard-Weg, der rund um die Bergkuppe führt, hatten wir
spektakuläre Blicke auf die unter uns liegende
Stadt, die leider, wie
meist zu dieser Jahreszeit, unter einem leichten Dunstschleier
lag.
Oben an der Tramstation gönnten wir uns ein leckeres Eis, zu einem
Preis, für den man in Deutschland fünfmal soviel
bekommt. Aber wir
waren ja auf dem Berg, dessen Berühmtheit legendär ist.
Weitere Stationen
Fa Yuen Market, Shen Zen (China Mainland), Stanley Market.
Alle drei Orte sind riesengroße Märkte, wobei ShenZen in China der
größte ist. Um dorthin zu kommen, nimmt
man die MTR (gezahlt wird in
allen Verkehrsmitteln (Bus, Zug, MTR) mit der sogenannten
Octopus-Card, die aufladbar ist.
Shenzen liegt ca. eine gute Stunde von Hong Kong entfernt in den sog.
New Territories in Mainland China.
Europäische Besucher benötigen einen
gültigen Reisepass und ein Visum, das man an der Grenze kaufen kann.
Der riesengroße Markt in Shen Zen ist in einem weitläufigen Gebäude
untergebracht, in dem man alles Erdenkliche kaufen
und erhandeln kann.
Um dort einen Tag zu verbringen, muss man gut zu Fuß sein und starke
Nerven haben.
Die Verkäufer sind teilweise sehr aufdringlich (ich wurde
von einer Schuhverkäuferin verfolgt und aufgelauert).
Trotzdem lohnt es
sich, dort einzukaufen.
Es gibt alles in Hülle und Fülle:
Stoffe (mit den dazugehörigen Angeboten von Schneidern), Taschen, Koffer,
Schuhe, Schmuck, Perlen,
Gemälde, Gewürze, Unterwäsche, Kleidung usw.
und so fort.
Fa Yuen Market
Bei all meinen Hong Kong-Besuchen stand der Fa Yuen Market mit auf
unserer Liste. Auch dieses Mal war er mit
dabei. Er liegt in der Nähe
des nightmarkets/Temple Street und ist ein Eldorado für
Schnäppchenjäger. Man bekommt
buchstäblich alles hier. Dies gilt im
übrigen auch für den night Market, den man unbedingt auch einmal
gesehen haben sollte.
Neben den üblichen Waren gibt es hier
Wahrsager, die einem für ein paar Hong Kong Dollar das Schicksal
aus der Hand lesen.
Nach Stanley nahmen wir von Pok Fu Lam aus, wo meine
Schwester und ihr Mann wohnen, einen Bus, dessen Strecke
sehr
schön verläuft und fast eine Sight seing Tour ist. Von meinem
Fensterplatz aus habe ich viele Fotos „geschossen“,
die wegen der
etwas holprigen
Fahrt ein bisschen verwackelt, aber doch sehr interessant
geworden sind.
Der Markt in Stanley ist sehr charmant und edel und liegt mit seinen
vielen, gut bestückten Ständen direkt am Meer.
Auf der schönen
Uferpromenade laden viele Restaurants und Cafés zur Einkehr
ein. Die Preise sind jedoch wegen
der schönen, exklusiven
Lage gesalzen.
Lamma Island
„Mit der Entwicklung von einem traditionellen chinesischen Fischerdorf
zu einer entspannten multikulturellen Gemeinde
sorgt die Mischung aus
westlichem und chinesischem Inselleben für die Atmosphäre von Lamma,
die so anziehend auf die
geschäftigen Einwohner von Hong Kong wirkt.
Viele kommen als Tagesausflügler, einige sind für immer hier geblieben.
Die Insel ist die drittgrößte von den Hong Kong umgebenden
Inseln, liegt 3 km im Südwesten von Hong Kong gegenüber v
on
Aberdeen und hat 60000 Einwohner.“
Quelle Internet
Unser letzter Ausflug führte uns, wie in allen vorigen Besuchen,
zu Lamma Island.
In Aberdeen bestiegen wir ein
Ausflugsboot, das uns in einer halben Stunde über das Meer zu der Insel
brachte. Unser Ziel war – nach einer kleinen
Wanderung am Meer
entlang - das Fischlokal „Hilton“ direkt am Wasser.
Hier labten wir uns an frischen Fischgerichten (gegrillten Octopus,
Prawns, Muscheln sowie einem köstlichen gedämpften
grünen Gemüse
(choi sam) und spülten alles mit einem vorzüglichen Chardonnay hinab.
Auf unserer Rückfahrt gegen Abend konnten wir Hong Kong bei Nacht bewundern:
bunt beleuchtete Boote und Sampas und das Lichtermeer der Stadt
zogen gemächlich an uns vorbei und hielten
uns in ihrem Bann.
Nur die chinesischen Passagiere fanden ihre Smartphones interessanter.
Aber: wie heißt es so schön: Chacun à son goût!
In dieser Reisebeschreibung habe ich versucht, ein bisschen die
Atmosphäre von Hong Kong, dieser großartigen Stadt
am südchinesischen
Meer, einzufangen und vielleicht dem einen oder anderen Appetit auf
eine Reise dorthin zu machen.
Diese Stadt ist auf jeden Fall eine Reise wert.