
Und die
Hörner des Sommers
verstummten...
von Georg
Heym
(1887 - 1912)
Und die
Hörner des Sommers verstummten
im Tode der Fluren,
in das
Dunkel flog Wolke auf Wolke dahin.
Aber am
Rande schrumpften die Wälder verloren,
wie Gefolge
der Särge in Trauer vermummt.
Laut sang
der Sturm im Schrecken der bleichenden Felder,
er fuhr
in die Pappeln und bog einen weißen Turm.
Und wie
der Kehricht des Windes
lag in der Leere
drunten
ein Dorf,
aus grauen Dächern gehäuft.
Aber hinaus
bis unten am Grauen des Himmels
waren
aus Korn des Herbstes Zelte gebaut,
unzählige
Städte, doch leer und vergessen.
Und niemand
ging in den Gassen herum
Und es
sank der Schatten der Nacht.
Nur die Raben noch irrten
unter
den drückenden Wolken im Regen hin,
einsam
im Wind, wie im Dunkel der Schläfen
schwarze
Gedanken in trostloser Stunde fliehn.
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